Deutschland mal wieder: Das Ordnungsamt des thüringischen Kaffs Heiligenstadt im Eichsfeld untersagte einer Klezmer-Gruppe, aus Protest während einer NPD-Demo aufzutreten mit der Begründung, Letztere könnten sich provoziert fühlen. Auch wenn später das Verbot zurückgenommen wurde frage ich mich echt, was in den Köpfen der Beamten vorgegangen sein mag.
Die „Thüringer Allgemeine“ zitiert aus einem Schreiben des Amtes, dass eine für Samstag vorgesehene Darbietung von Klezmer-Musik an einem SPD-Stand ein Sicherheitsrisiko wäre, da sie zu Konfrontationen mit Sympathisanten der NPD führen könne. Erst als die SPD widersprach und zudem die Zahl der Musiker von 16 auf nur noch 3 verringerte, stimmte die Behörde dem Auftritt zu. Die Polizei betonte, dass sie „keine Aussagen“ über die geplante Veranstaltung gemacht hat. Auch das Landratsamt hat nach eigenen Angaben keinerlei Empfehlungen oder Ratschläge abgegeben, sondern lediglich auf mögliches „Konfliktpotenzial“ verwiesen. Bürgermeister Bernd Beck (CDU) gab keine Stellungnahme ab. Der SPD-Kreisvorsitzende Ronny Fritzlar bezeichnete es als „unerhört“, dass die traditionelle jüdische, aus Osteuropa stammende Musik ein Sicherheitsrisiko sein sollte.
Die NPD plant für den 9.6. eine zweistündige Veranstaltung auf dem Heiligenstadter Marktplatz, die um 9 Uhr beginnen soll. Die Kundgebung ist genehmigt; die Polizei stellt sich auf ihren Einsatz ein. Anlass für die Demo ist die Gründung eines NPD-Kreisverbands. Der stellvertretende Kreisvorsitzende des NPD Kreisverbandes
Eichsfeld ist übrigens Thorsten Heise.
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