Nach Angaben einer iranischen Exil-Homosexuellengruppe sind in der südwestiranischen Großstadt Isfahan 87 Männer wegen „Homosexualität“ festgenommen worden. Sie alle hatten einer Geburtstagsfeier eines schwulen Freundes teilgenommen, den die in Toronto ansässige Iranian Queer Organization (IRQO) als Farhad identifiziert hat. Die IRQO nennt nie die vollen Namen der Opfer, da dies auch ihre Familien gefährden würde. Der Vorfall soll bereits am 10. Mai stattgefunden haben.
Die Polizei sei dabei dem Bericht zufolge bei den Verhaftungen mit äußerster Brutalität vorgegangen. „Ich habe noch ein Geschenk für Farhad gekauft und bin deshalb zu spät zur Party gekommen“, berichtete ein Peyman telefonisch der IRQO. „Als ich ankam, war bereits überall Polizei. Alle meine Freunde wurden verhaftet. Sieben oder acht Polizisten haben sie mit Gummiknüppel geschlagen. Zwei sind aus dem 2. Stockwerk gesprungen – sie waren in einer sehr schlechten Verfassung“. Andere Anrufer erzählten von „blutüberströmten verhafteten Männern“. Nach Angaben von IRQO gibt es Berichte, dass die Männer in der Haft gefoltert würden und ihr Leben in Gefahr sei.
Im Iran steht auf Homosexualität die Todesstrafe. Seit 1979 sollen die Mullahs Menschenrechtsorganisationen zufolge mindestens 4.000 schwule Männer hingerichtet haben. Eine Ausnahme machten die iranischen Machthaber aber anscheinend bei Volker Becks Besuch im „Gottesstaat“ Ende Januar, als der bekennend homosexuelle Grünen Politiker anstatt exekutiert zu werden, „gute Gespräche“ mit iranischen Spitzenpolitikern führte. Eigentlich steht laut Paragraf 111 des iranischen Strafgesetzbuches auf Sex zwischen zwei Männern die Todesstrafe. Die Paragrafen 121 und 122 bestrafen das „Vorspiel“ ohne Penetration mit 100 Peitschenhieben für beide Partner. Nach dem vierten Vergehen wartet die Exekution. Nach Paragraf 123 gibt es 99 Peitschenhiebe für nicht verwandte Männer, die „nackt unter demselben Laken liegen, ohne dass dies nötig wäre“. Die Paragrafen 127 bis 134 regeln lesbische Beziehungen, die mit bis zu 100 Hieben geahndet werden. Auch hier gibt es beim vierten Urteil die Todesstrafe.
Mehr zum Fall findet ihr hier.

(diese beiden jungen Schwulen wurden bereits 2005 im Iran mit dem Strick ermordet)
http://lysis.blogsport.de/2005/07/25/aus-dem-iranischen-strafgesetzbuch/
Die Menschenrechtsorganisation musst du mir mal zeigen, die das behauptet. Es handelt sich um ein mittlerweile Jahrzehnte altes Gerücht, eine „urban legend“ sozusagen. Niemand kann dafür eine Quelle nennen. Es wird zwar von Artikel zu Artikel weiter abgeschrieben, aber nie hat eine Menschenrechtsorganisation diese Zahl adoptiert.
Ich habe die Zahl in verschíedenen „seriösen“ Artikeln gelesen, allerdings hast du recht, es fehlte die Quelle. Jedoch ist unabhängig von der Gesamtzahl bereits ein einzelner, aufgrund seiner sexuellen Orientierung Ermordeter zuviel, und dass Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung im Iran ermordet werden steht jawohl außer Zweifel.
(Warum hast du eigentlich deinen Kommentar 13 mal gepostet?)
Wenn schon ein einzelner Fall ausreicht, warum benutzt du dann solche fiktiven Zahlen?
Wegen ihrer sexuellen Orientierung werden Menschen auch in den USA oder in Deutschland ermordet. Und wenn du damit das iranische Strafrecht meinst: die Kadis richten Menschen gleichermaßen wegen außerehelichem Anal-, aber auch Vaginalverkehr hin, ganz unabhängig davon, welche sexuelle Orientierung die betreffende Person hat. Und keine Angst: das ist alles andere als eine Legitimation. Es ist aber der Aufruf, Leute nicht a priori unter eine homosexuelle Subjektform zu subsumieren, obwohl sie diese für sich vielleicht gar nicht in Anspruch nehmen — wie etwa die zwei von dir abgebildeten Jugendlichen aus Maschhad, die sich vom Rest der iranischen Jugend in ihrem Verhalten und ihrer Identität kaum unterscheiden dürften.
dit war mein browser, der gesponnen hat.
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