Beck in Berlin?

Ob sich durch die neue Scientologyzentrale in Charlottenburg wohl die Chance erhöht, dass der einzig würdige David Bowie Nachfolger Beck Hansen häufiger in Berlin ist? Dann hätte die ganze Sache ja doch noch was Gutes. Groß war damals das Erstaunen und Verwundern angesichts von Becks Bekenntnis zu den Lehren Ron L. Hubbarts (dem wir solche Weisheiten verdanken: „Writing for a penny a word is ridiculous. If a man really wants to make a million dollars, the best way would be to start his own religion“), denen der Verfassungsschutz „Bestrebungen (…) gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung“ attestiert.
„It’s a personal thing“, kommentiert Beck im Interview mit der New York Times die Wahl seiner Glaubensgemeinschaft. „Ich bin Musiker und kein Prediger“– so Beck zum selben Thema in einem Spiegel-Interview.
Ich kenne mich ansonsten nicht mit den Inhalten dieser „Religionsgemeinschaft“ aus, erinnere mich jedoch an Scientologykampagnen, in denen sich die Mitglieder ganz dreist als die „neuen Juden“, denen eine neue Shoah drohe, darstellten angesichts der VS-Beobachtung. Wortlaut einer großen Anzeigenkampagne in den 90ern: „Deutschlands Gegenwart ähnelt auf erschreckende Weise seiner Vergangenheit. In den 30er und 40er Jahren schloß die Welt die Augen, während das Klima fuer den Holocaust geschaffen wurde. Niemand tat etwas. Heute können Sie handeln.“ Die Texte verfaßte Scientology-Pressesprecherin Leisa Goodman: „Den Mitgliedern unserer Gemeinde werden grundlegende Menschenrechte verweigert. Das läßt sich nur damit vergleichen, was den Juden angetan wurde.“Abraham Foxman, selbst Überlebender des Holocaust und Leiter der Anti-Defamation League sah die Anzeigen als „großangelegten, ungerechtfertigten Angriff auf die demokratische Regierung Deutschlands“. Marcia Rudin, die das Hilfswerk International Cult Education Program in New York leitet, meinte: „Als Jüdin fühle ich mich besonders beleidigt, daß Scientology den Holocaust benutzt. Aber es ist typisch für Sekten, sich als Opfer darzustellen.“

Die beste Platte von Beck ist übrigens die „Sea Change“..