Archiv für Dezember 2006

Depeche Mode


Die unglaublichen Depeche Mode haben ja in diesem Jahr eines dieser unnötigen Best of Dinger released, wobei mir schon klar ist, dass die seit 1996 nur noch 3 angesichts allgemein sinkender Verkaufszahlen im diesjährigen Weihnachtsgeschäft etwas Tauschmittel in die Kassen spülen wollen (und auch jeden Cent verdient haben), was allerdings nicht klar geht sind die Songauswahl und der ziemlich öde neue Track „Martyr“.
Daher habe ich mal in meinen CDs gewühlt und bin zu meiner persönlichen Best of Depeche Mode gekommen (auch wenn das Konzept des „Best of“ eigenlich abzulehnen ist):
1. „Waiting for the night“ (Violator 1990): Los geht es mit einem der langsamsten und dunkelsten DM Tracks, der dazu geschaffen ist, mit dem/der Liebsten im Kerzenlicht zu kuscheln.
2. “Enjoy the silence” (Violator 1990): unzählige Male gehört und trotzdem jedes Mal wunderschön, “All I ever wanted, All I ever needed is here in my arms”, Seufz.
3. It´s no good” (Ultra 1997): Der perfekteste DM-Song.
4. “Dreaming of me” (Speak&Spell 1981): “Dreaming of Me” war die erste Singleveröffentlichung der 4 aus Basildon , die damals allerdings nur Platz 57 der UK Charts erreichte. Ein herrlich naiver Synthiepopsong aus den Anfangstagen der elektronischen Tanzmusik, wer hat schon zu Kraftwerk getanzt?
5. “Blasphemous Rumours” (Some great reward 1984): Das Lied erzählt die Geschichte einer Frau, die sich mit 16 mittels einer Rasierklinge umbringen wollte, jedoch scheiterte, auf diesem Weg zu Jesus fand um dann bei einem Autounfall ums Leben zu kommen. Das alles erzählt Dave Gahan vor einem dunklen Soundteppich, der durch den Ohrwurmrefrain „I don´t want to start any blasphemous rumours but I find that God´s got a sick sense of humour and when I die I expect to find him laughing“ durchbrochen wird. Das ganze war in den 80ern noch einen kleinen Skandal wert, Radiostationen boykottierten den Song.
6. “Personal Jesus” (Violator 1990):””It’s a song about being a Jesus for somebody else, someone to give you hope and care.” Martin Gore, Juli 1990, MTV kürzte das Musikvideo um eine Szenen, da diese “zu pornographisch” seien. Wurde auch durch die Coverversion von Johnny Cash bekannt. Ich erinnere mich schon bei den ersten Takten an unzählige durchtanzte Nächte in miesen Gothicclubs, in einer Patschuliwolke bei Kunstnebel und in dem alten Damenledermantel, der immer so schrecklich in den Schultern zwickte…von dem blöden Nietenhalsband, das mich jedes Mal fast strangulierte, ganz zu schweigen!
7. “Black Celebration” (Black Celebration 1986) Ich mag wie ihr merkt besonders die dunklen DM Songs, auch wenn ich nicht die verbreitete Meinung teile, das gesamte Black Celebration Album sei ihre finsterste. Wurde auch kongenial von Monster Magnet gecovert.
8. “Shake the disease” (Single 1985) Diese Lied, welches nur als Maxi veröffentlicht wurde, verbinde ich mit meiner großen Liebe…
9. “Home” (Ultra 1987): Das einzige von Martin Gore gesungene Lied in dieser Liste, Songwriting ist auf jeden Fall Gores größeres Talent als Singen, dessen ungeachtet ist „Home“ eine bewegende Ballade, bei der ich jedes Mal an meine ersten Versuche mit dem Haarefärben denken muss, als mein Vater meinte, ich würde mit den schwarzen Haaren wie ne Schwuchtel aussehen..tja.
10. “Never let me down again” (Music for the masses 1987): Vielleicht DER Depeche Mode Klassiker und das völlig zu Recht! Ich weiß noch genau, wie mich der Song in den jungen Jahren der sexuellen Verwirrung mit seinen homoerotischen Inhalten verzauberte. Unvergesslich auch der Moment, als die 4 1988 den Song bei ihrem legendären Konzert in Pasadena vor über 60 000 mitsingenden und mitanzenden Fans performten, nachzufühlen in dem „101“ Livefilm.
11. “Walking in my shoes” (Songs of faith and devotion 1993): Auch heute noch schwärmen alte Depeche Mode Fans von der “Songs of faith and devotion-Tour”, ich war nicht dabei, aber dieser Track reißt auch daheim mit!
12. “Master and servant” (Some great reward 1984): 1984 mit einem damals wahnsinnig modernen 24 Spur Recorder in den Berliner Hansa-Studios aufgenommen, sorgte das Lied mit seinen offenen S/M-Anspielungen in den 80ern für Aufsehen, aber auch heute noch gilt „Let´s play master and servant“
13. “Nothing’s impossible” (Playing the angel2005) Auf dem letzten Album durfte Sänger Dave Gahan endlich auch mal Songs schreiben, dieser ist der Beste davon.
14. “Barrel of a gun” (Ultra 1997) Unbedingt auch das Musikvideo angucken, allein schon wegen der Szene, in der Dave Gahan die Treppe runterkrabbelt. War die erste Singleveröffentlichung des „Comebackalbums“ Ultra, nachdem das Fortbestehen der Band nach den üblichen Drogenexzessen und Bandstreitigkeiten im Allgemeinen und Dave Gahans mehrmaligen Überdosen und Selbstmordversuchen im Speziellen extrem ungewiss war. „Whatever I´ve done I keep starring down the barrel of a gun“
15. “Stripped” (Black Celebration 1986): Auch wenn die Teutonenrocker von Rammstein das Lied mit ihrer unmöglichen Coverversion samt unmöglichen Leni Riefenstahl Olympia 36 Clip schändeten, bleibt „Stripped“ ein wunderschönes morbides Liebeslied.
16. “Leave in silence” (A broken frame 1982): Vom zweiten Depeche Mode Album “A broken frame”, dem ersten ohne Vince Clark, der nach dem Debüt “Speak&Spell” die Band verließ um mit Yazoo und Erasure eigene Wege zu gehen. Ein kalter frühachtziger Electrotrack, der den Verlust des Bandmitglieds thematisiert. Zudem hat diese Platte eines der schönsten Artworks ever!
17. “When the body speaks” (Exciter 2001): Das Exciter Album wird von vielen abgelehnt, ich halte es auch nicht für ihr bestes, aber “when the body speaks” bleibt ein unglaublich schönes Lied und stellt zudem Gahans beste Gesangsleistung dar.
18. “The sun and the rainfall” (A broken frame 1982): Eines der zu unrecht unbekannteren Lieder der 4 aus dem englischen Basildon, obwohl sie damals eigentlich noch zu dritt waren.
19. “A pain that I´m used to” (Playing the angel2005): Klingt ein wenig wie ein DM-Medley, vereinigt alle Elemente, die DM so gut machen.

Übrigens spielten Depeche Mode dieses Jahr während des israelischen Abwehrkampfes gegen die islamfaschistischen Banden von Hamas und Hizbollah ohne zu Zögern im Hayarkon Park in Tel Aviv, während beispielweise die Uefa in jenen Tagen Maccabi Haifa dazu nötigte, seine CL-Qualispiele auf neutralem Boden auszutragen.

Die 5 schönsten Bahamas-Cover

Seit einigen Tagen ist die neue Bahamas erhältlich, die wie gewohnt nicht nur inhaltlich Faszinierendes bietet (vergleicht nur mal die Artikel „Ladies and gentlemen, the Kiez is burning“ von Ann Löwin in der aktuellen Konkret und „Respekt statt Bildung“ von Justus Wertmüller in der neuen Bahamas), sondern ebenfalls mal wieder durch ihr geschmackvolles Coverdesign zu überzeugen weiß. Anlass genug, aus den mittlerweile 51 Ausgaben die fünf schönsten Coverbilder auszuwählen:
Platz 5. Bahamas Nr. 47

Platz 4. Bahamas Nr.46

Platz 3. Bahamas Nr. 38

Platz 2. bahamas Nr.45

Platz 1. Bahamas Nr. 30

Don´t judge a book by it´s cover

Heute in einem Interview in der „Welt“:
Welt: „Das Franfurter Institut für Sozialforschung von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno galt etlichen als ein Ort, an dem der Wertewandel nach Kräften gefordert wurde. Hatten sie Beziehungen zu dem Institut?“
Noelle-Neumann: „Horkheimer und Adorno versuchten, mich an ihr Institut zu holen. Allensbach, hatte ich das Gefühl, brauchte mich damals, und so lehnte ich ab. Den Brief, den ich dazu an Adorno schickte, habe ich noch immer in Kopie. Zu Adorno: Es gibt wenige Menschen, die ich so verabscheue wie ihn. Ich habe ihn einmal in seiner Wohnung in Frakfurt besucht. Ich sitze neben ihm und blicke in so eiskalte Augen, wie ich sie selten gesehen habe(..)Es war widerwärtig.“
Diese Beobachtungen verdanken wir Elisabeth Noelle-Neumann, Gründerin des Allensbach Institus für Demoskopie und Journalistin, auch in der NS-Zeit. So „widerwärtig“ die Gute Theodor W. Adorno fand, so sympathisch war ihr eine andere Person, aber lest selbst:
Welt: „Welchen Eindruck machte Hitler auf den ersten Blick?“
Noelle-Naumann: „Einen netten. Er war in Zivil und wirkte geradezu herzlich.(..) Er wirkte gar nicht wie ein Monster.“
Welt: „Und wie ging es weiter?“
Noelle-Neumann: „Hitler sah mich intensiv an, platzierte mich neben sich. Dann nahm er mich und führte mich an das Geländer der Terasse..“ An dieser Stelle möchte ich die beiden sich selbst überlassen, nicht ohne euch noch mal die alte Weisheit „Don´t judge a book by it´s cover“ mit auf den Weg zu geben.

„Deine kalten Augen machen mich so sentimental, kalte Augen!
Wenn du mich so ansiehst ist mir alles andere egal, total egal!“
(frei nach Ideal)

Ha, Ha..Axel Reitz und der VS

Mein indymedia Bericht des Jahrs war wohl dieser , auch wenn ich den Verdacht nicht los werde, dass die betreffende Person ihn selber geschrieben hat.., wirklich lesenswert ist hingegen dieser Bericht über einen Anwerbversuch durch den VS in Frankfurt/Oder, bei dem es unter anderem darum gehen sollte, sich in das Epizentrum der „Antiglobalisierungsbewegung“, das niedersächsische Osnabrück, zu schleichen. Honorar beim VS sind übrigens anscheinend nur läppische 500 Euros im Monat..Aber nicht nur in der Linken sind die üblichen VS-Anwerbversuche nach wie vor zu vermelden, auch der wannabe „Gauleiter von Köln“, Altnaziwichsvorlage und seit Juli 2006 für die nächsten 21 Monate wegen antisemitischer Hetze Knastinsasse Axel (Brech-) Reitz hatte Besuch, ich zitiere: „..Zu einer für normale Besuche ungewohnten Zeit führte man den nichtsahnenden Kameraden in den kleinen Überwachungsraum, in dem die Gespräche von Axel Reitz -sogar die mit seinen Eltern- gewöhnlich stattfinden und überwacht werden. Aber diesesmal waren es -wie erwartet- weder Verwandte noch Kameraden, sondern das Mutterhaus in Köln hatte offensichtlich einen seiner Spezialagenten geschickt und da Agenten ja immer die Welt retten müssen, wollte dieser wohl die Welt vor dem bösen Neonazismus retten, der hier auf eindrucksvolle Weise durch unseren Kameraden Axel Reitz personifiziert und repräsentiert wurde.

Die Kerle haben ja alle das Buch „Psychologie für Kleingärtner“ gelesen und arbeiten daher mit allerlei psychologischen Tricks, um ihrem Arbeitgeber, dem Bundesamt für Verfassungsschutz, brauchbare Informationen zu liefern. Immerhin hängt ja ihre Planstelle davon ab, daß niemand merkt, daß sie in Wahrheit völlig nutzlos sind. Da kommt dann so mancher auf die tollsten Ideen. Im Falle von Axel Reitz machte der als Sozialarbeiter oder Psychologe vermutlich vorab Gescheiterte den Versuch, sein Gegenüber erstmal zu bauchpinseln, um eine Atmosphäre zu schaffen, bei der man seinem „Opfer“ vielleicht im Plauderton einige Geheimnisse würde entlocken können. Es wird wenig Sinn haben, diese Leute wegen Beleidigung anzuzeigen, obwohl es unbestritten eine Beleidigung ist, wenn man offensichtlich für so doof gehalten wird, daß man auf deren leere Phrasen und Täuschungsversuche hereinfällt. Er -Axel Reitz- sei ja einer der Wenigen, die tatsächlich bereit seien für ihre Überzeugungen auch in den Knast zu gehen, zweifelsohne sei er eine „charismatische Persönlichkeit“ und überhaupt seien ihm die Rechten sehr viel lieber als die Linken, hätte er doch mit einigen der Intelligenteren von ihnen schon sehr interessante Gespräche geführt. Bla, bla, bla, rhabarber, rahbarber…

In seinem Brief schreibt Axel Reitz dazu: „…als er mir dann Publikationen des VS-NRW anbieten wollte, erklärte ich ihm, daß ich diese dankend ablehne, da ich mir nicht nachsagen lassen möchte, von einem VS-Mitarbeiter irgendetwas angenommen zu haben. Weiterhin erklärte ich ihm, daß er für mich nichts anderes als ein Feind sei und ich mich einzig und allein mit ihm unterhalte, weil die Zeit für den Hofgang noch nicht gekommen sei.“

Das alles ließ den VS´ler, der statt der Kennung „007“ viel eher die „08/15“ verdient hätte, weil ja das Mutterhaus uns meistens diese Dutzendgestalten auf den Hals schickt, völlig kalt und er schwadronierte weiter über Wahlergebnisse, rechte Intellektuelle und welche unbedeutenden Gruppen seine Behörde doch alle observieren müsse. Dabei würden die Rechten wenigstens mit ihm reden, bei vielen Linken wäre das gar nicht möglich, nach einem Gespräch mit ihm seien die „in der Szene unten durch“, „verbrannt“ wie man sagt. Reitz meinte daraufhin mit einem Lächeln: „Ja, ja, von den Linken können wir noch viel lernen!““ (Quelle ist eine rechte Infoseite, die sich nach einem Piraten benannt hat, nein nicht „Jack-Sparrow-Netz..)
Ja, ja der Axel ist wirklich eine „charismatische Persönlichkeit“ (genau so wie sein Namensvetter Axel Schulz ein Wahnsinnsboxer ist) und zudem eine echte Stilikone, wie folgende Bilder aus der Nazi-Vogue zeigen=))



Da sieht man mal wieder, wie unverschämt sich die Nazis dem „Autonomen-Look“ bedienen..

Frohe Ostern